Wie bereits vor einigen Tagen an gleicher Stelle bekannt gegeben, hat das "Schulen
Online" Team in den letzen Wochen die PC-Wächter Karte, der Hardwareschutz
für Betriebsysteme und Programme, der Firma Dr. Kaiser aus Berlin getestet.
Die Firma Dr. Kaiser stellte uns zwei entsprechende Testmuster zur Verfügung,
die auf Herz und Nieren geprüft wurden. Aufgabe der Karten soll es sein,
das Betriebssystem der Schul-PCs vor Beschädigungen zu schützen und
den Wartungsaufwand in den Schulen zu verringern.
Nähere Informationen zu diesem System finden Sie auch unter: http://www.dr-kaiser.de
Als Testsystem diente uns ein Pentium III mit einer 20 GB Festplatte und Windows
98 SE als Betriebssystem. Um realistische Bedingungen zu wahren, verzichteten
wir weitestgehend auf die telefonische Hilfe durch die Firma Kaiser.
Einbau:
Der Einbau der Karten verlief mühelos, wobei zu erwähnen ist, dass
diese einfach in einen freien PCI- oder ISA-Steckplatz gesteckt werden und keine
Slotblende haben. Somit ist ein Eingriff von außen auf die Hardware nur
durch das Öffnen des Gehäuses möglich. Für Personen, die
noch nie Ihren PC von innen gesehen haben, wäre allerdings eine bebilderte
Anleitung durchaus wünschenswert. Dies trifft übrigens für die
gesamte "Dokumentation" zu, die sehr dünn ausgefallen ist und
somit einige Fragen in Bezug auf die Konfigurationsmöglichkeiten der Karte
offen lässt.
Nach dem erneuten Starten des PC´s dann die erste Überraschung. Die
ISA Karte verursachte einen Fehler, wodurch die Festplatte des Systems nicht
mehr erkannt wurde. In der Dokumentation war zu diesem Problem leider keine
Hilfestellung zu finden, es wurde lediglich auf die Möglichkeit hingewiesen,
durch die Jumpereinstellungen auf der Karte, Konflikte mit anderer Hardware
zu umgehen. Bei der Konfiguration
der Jumper fiel auf, dass der Jumper nicht
auf der Standardeinstellung positioniert war. Nach ausführlichem Test mit
allen zur Verfügung stehenden Jumpern konnten wir dieses Problem jedoch
nicht ausräumen, womit der Test der ISA-Karte beendet war.
Ein anderes Bild bei der PCI-Karte. Hier fuhr der Rechner ohne Beanstandung
hoch und erkannte in Windows die Karte als neues Gerät.
Leider war uns entgangen, dass man bereits nach dem Start des Bios mit >Shift
+ i< die Installation der Karte hätte veranlassen können. Wir installierten
also in Windows den Kartentreiber von der mitgelieferten Diskette und das Gerät
wurde ordnungsgemäß in der Systemsteuerung eingetragen. Nach dem
Neustart gelangten wir dann über besagte Tastenkombination in die Installationsroutine
der Karte, in der diverse Einstellungen möglich sind. Leider wurden die
Einstellungen nur unzureichend in der Dokumentation beschrieben, wodurch die
korrekte Konfiguration zum Abenteuer wurde. Erschwert wurde die Arbeit im Konfigurationsmenü
zusätzlich durch eine sehr eigentümliche Bestätigungsvariante
im Menü. So muß man um eine Einstellung zu übernehmen zwingend
ein großes "J" eingeben. Ansonsten wird die Einstellung nicht
übernommen. Da in der Dokumentation nicht darauf hingewiesen wird, erwies
sich diese Hürde als äußerst zeitraubend. Weiterhin war leider
die Einstellung "Auto" nicht genauer beschrieben.
Trotz einiger Probleme verlief die Installation der PCI Karte jedoch recht flüssig
und kostete im Endeffekt nicht mehr Zeit als der Einbau einer Grafikkarte oder
ähnlicher Hardware.
Sicherheitstest:
Die Sicherheit des Systems überzeugte auf ganzer Linie. So war es möglich,
diverse Software auf dem System zu installieren und nach einem Neustart ohne
Rückstände mit einem "sauberen" System zu arbeiten.
Lediglich ein Problem mit dem CD-ROM Laufwerk bremste kurzzeitig die Installationsorgie.
Da in der Dokumentation keine Lösung zu finden war, griffen wir auf die
Hotline zurück, wo uns auch zügig und kompetent geholfen wurde. Im
Setup der Karte mußte der 32-Bit Treiber aktiviert werden, wenn CD-ROM
und Festplatte an einem IDE-Controller arbeiten.
Überzeugen konnte die Karte auch im DOS-Modus des Rechners, wo sowohl Befehle
wie "Format C:" als auch "FDISK" scheinbar auszuführen
waren, nach einem Neustart jedoch das komplette System wieder zur Verfügung
stand.
Fazit:
Beim Schutz von Programmen und Betriebssystem überzeugt die Karte auf ganzer
Linie, die Kundenberater am Telefon sind kompetent und freundlich, lediglich
die Dokumentation und Installationsanleitung bedarf dringend einer Erweiterung.
Man muß eine PC-Wächterkarte einfach einmal eingebaut haben, um die
Erfahrungen dann auf andere Computer übernehmen zu können. Die Karte
ist aber durchaus zu empfehlen, sie sollte den Wartungsaufwand in Schulen beträchtlich
verringern wobei den einzelnen Schülern mehr Freiheiten gegeben werden
kann bei geringerem Risiko.
Bleibt nur zu hoffen, dass es einen solcher Hardware-Schutz
auch irgendwann auf anderen Betriebssystemplattformen möglich wird.
Kurzfassung:
(+) Schutzwirkung unter Windows
(+) Schutzwirkung unter Dos
(+) Fester Einbau und somit keine direkte Angriffsfläche für Benutzer
(+) Telefonservice
(-) Dokumentation
(-) Menüführung des Installationsmenüs